Intrenion

Strukturierte Analyse (ABF) mit ChatGPT

Christian Ullrich
Januar 2026

Das ABF-Schema

Das ABF-Schema ist ein Denkrahmen zur sauberen Trennung unterschiedlicher Arten von Aussagen. Es unterscheidet konsequent zwischen Ansprechen, Beurteilen und Folgern und zwingt dazu, diese Ebenen nicht zu vermischen. “Ansprechen” beschreibt ausschließlich, was der Fall ist. “Beurteilen” ordnet diesen Zustand analytisch ein und erklärt Ursachen, Zusammenhänge und Bedeutung. “Folgern” leitet daraus Konsequenzen ab. Der Zweck des Schemas ist nicht die formale Struktur, sondern die gedankliche Klarheit. Es verhindert vorschnelle Lösungen, ungeprüfte Ursachenannahmen und unklare Empfehlungen, indem es die Analyse vor der Entscheidung erzwingt.

ABF in der Praxis

Das ABF-Schema wirkt auf den ersten Blick einfach, ist in der praktischen Anwendung jedoch kognitiv anspruchsvoll, insbesondere bei der sauberen Trennung zwischen Ansprechen und Beurteilen. Alltagssprache und menschliches Denken vermischen Beschreibung und Bewertung fast automatisch, wodurch Ursachenannahmen und Einordnungen bereits in die Ausgangslage einfließen. Vor der Nutzung von ChatGPT war ABF daher schwer umzusetzen. In Kombination mit einer klaren Erläuterung des Schemas und einer strukturierten Nutzung von Prompts lässt sich diese Schwierigkeit jedoch auflösen, indem unsaubere oder chaotische Notizen nachgelagert sauber getrennt, logisch geordnet und den richtigen Denkebenen zugewiesen werden. ChatGPT fungiert dabei als redaktionelles Werkzeug zur Durchsetzung gedanklicher Disziplin, wodurch die entstehenden Dokumente deutlich klarer, nachvollziehbarer und konsistenter werden.

Prompts

Prompt

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Prompt

Fragen zur Anfertigung von Notizen

1. Ausgangslage (Ansprechen)

  1. Welcher konkrete Zustand oder Missstand liegt vor und woran ist er beobachtbar?
  2. Wo tritt dieser Zustand auf und welche Bereiche, Gruppen oder Systeme sind betroffen?
  3. Seit wann besteht der Zustand und wie hat er sich bisher entwickelt?
  4. In welchem Umfang oder Ausmaß tritt er auf und wie lässt sich das beschreiben oder messen?
  5. Welche konkreten Auswirkungen oder Symptome sind aktuell sichtbar?
  6. Welche relevanten Abgrenzungen gelten und was gehört ausdrücklich dazu und was nicht?
  7. Welche gesicherten Fakten oder Beobachtungen liegen vor, ohne sie zu erklären oder zu bewerten?

2. Einordnung (Beurteilen)

  1. Welche Ursachen oder Treiber kommen für den beschriebenen Zustand in Frage?
  2. Welche Zusammenhänge oder Wechselwirkungen bestehen mit anderen Faktoren oder Systemen?
  3. Welche Annahmen liegen der bisherigen Sichtweise zugrunde und wie belastbar sind sie?
  4. Welche Rahmenbedingungen, Zwänge oder Abhängigkeiten beeinflussen die Situation?
  5. Welche Alternativen oder unterschiedlichen Erklärungen sind plausibel?
  6. Welche Bedeutung hat der Zustand fachlich, strategisch oder organisatorisch?
  7. Welche Risiken oder Möglichkeiten ergeben sich, wenn der Zustand unverändert bestehen bleibt?

3. Konsequenz (Folgern)

  1. Welche Handlungsoptionen lassen sich logisch aus der Analyse ableiten?
  2. Welche Option erscheint unter den gegebenen Bedingungen am sinnvollsten und warum?
  3. Welche Ziele sollen mit der gewählten Konsequenz konkret erreicht werden?
  4. Welche Schritte wären zur Umsetzung erforderlich und in welcher Reihenfolge?
  5. Welche Risiken, Nebenwirkungen oder Zielkonflikte sind mit der Entscheidung verbunden?
  6. Welche Ressourcen, Entscheidungen oder Zuständigkeiten sind dafür notwendig?
  7. Woran lässt sich erkennen, ob die gezogene Konsequenz erfolgreich war?