Intrenion

Geschäftsmodell für die Migration privater IT-Systeme

Christian Ullrich
Januar 2026

Zusammenfassung

Dieses Dokument beschreibt ein Geschäftsmodell für die Migration privater IT-Systeme, das Übergänge konsequent als eigenständige, abschließende Aufgabe behandelt. Es wird argumentiert, dass die zentralen Probleme privater IT nicht aus mangelnder Kompetenz oder Technik entstehen, sondern aus instabilen Übergängen wie Gerätewechseln, Neuaufsetzungen und historisch gewachsenen Kontostrukturen, für die es kaum passende Marktangebote gibt. Das Modell richtet sich an private Nutzer mit Zahlungsbereitschaft für einen stabilen Endzustand und grenzt sich bewusst von Support, Schulung und laufender Betreuung ab. Im Kern steht eine klar definierte Migrationsleistung mit strukturierter Erfassung, bewusster Entscheidungsfindung, technischer Reduktion und der Herstellung eines konsistenten Zielzustands, nach dem die Leistung vollständig endet. Durch klare Abgrenzung, begrenzte Systemauswahl, projektbasierte Durchführung und eine auf Abschluss orientierte Erlös- und Kostenstruktur entsteht ein nicht skalierbares, aber wirtschaftlich tragfähiges Angebot, dessen struktureller Vorteil aus Verantwortung, Reduktion und Endlichkeit resultiert.

Table of Contents

Problem

Private IT-Systeme gelten heute als leicht nutzbar, sind es jedoch strukturell nicht. Die Komplexität hat sich nicht verringert, sondern verlagert. Statt technischer Detailarbeit entstehen die größten Probleme an den Übergängen. Neue Geräte, Systemwechsel, Kontoänderungen, Sicherheitsmaßnahmen oder größere Updates führen regelmäßig zu instabilen Zuständen. Diese Übergänge betreffen keine Sonderfälle, sondern den Normalbetrieb digitaler Haushalte.

Die Systeme selbst sind auf kontinuierliche Nutzung optimiert, nicht auf Wechsel. Hersteller automatisieren den laufenden Betrieb, doch die Übergänge bleiben brüchig. Daten liegen verteilt, Konten sind historisch gewachsen, Sicherheitsmechanismen greifen unerwartet und Abhängigkeiten zwischen Geräten, Apps und Cloud-Diensten sind für Nutzer kaum nachvollziehbar. Schon kleine Änderungen können Kettenreaktionen auslösen, die sich ohne tiefgreifendes Eingreifen nicht mehr beenden lassen.

Gleichzeitig existiert kaum passende Unterstützung. Allgemeine IT-Hilfe arbeitet reaktiv, erklärend oder betreuend. Sie setzt auf Beratung, Schulung oder fortlaufenden Support. Das adressiert nicht das eigentliche Problem. Private Nutzer wollen keine Anleitung und keine dauerhafte Abhängigkeit. Sie wollen einen stabilen Zustand, der funktioniert und abgeschlossen ist. Genau dieser Abschluss fehlt im Markt.

Hinzu kommt eine Fehleinschätzung der Zielgruppe. Auch technisch versierte Nutzer scheitern regelmäßig an sauberen Systemzuständen. Die Probleme entstehen nicht aus Unwissenheit, sondern aus der realen Komplexität moderner Systeme und deren Intransparenz. Gleichzeitig steigt die Zahlungsbereitschaft für Lösungen, die Zeit, Stress und Unsicherheit zuverlässig beenden. Der Markt bietet dafür bisher kaum klar abgegrenzte Leistungen.

Das Kernproblem ist daher kein Mangel an Technik oder an Information, sondern ein strukturelles Defizit an verantwortlicher Migration. Es fehlt ein Angebot, das Übergänge konsequent als eigenständige Aufgabe behandelt, klare Grenzen setzt, Entscheidungen bündelt und einen funktionsfähigen Endzustand herstellt. Ohne eine solche Spezialisierung bleiben private IT-Systeme anfällig für wiederkehrende Brüche, unnötige Abhängigkeiten und dauerhafte Unsicherheit.

Typische Migrationsanlässe

Kundensegmente

Das Geschäftsmodell richtet sich an private Nutzer mit eigenverantwortlich genutzten IT-Systemen und klarer Zahlungsbereitschaft für einen stabilen digitalen Zustand. Im Fokus stehen Personen, die digitale Technik intensiv nutzen, aber kein Interesse daran haben, sich dauerhaft mit deren Einrichtung, Pflege oder Wiederherstellung zu beschäftigen. Entscheidend ist nicht mangelnde Kompetenz, sondern der Wunsch nach Verlässlichkeit, Abschluss und Ordnung.

Typisch sind Einzelpersonen oder Haushalte ab etwa dem mittleren Lebensalter mit hoher beruflicher oder privater Auslastung. Sie verfügen über ausreichende finanzielle Mittel, schätzen funktionierende Systeme als Voraussetzung ihres Alltags und reagieren sensibel auf Zeitverlust, Unsicherheit oder Kontrollverlust. Die Systeme sind oft historisch gewachsen, bestehen aus mehreren Geräten und Konten und haben bereits mindestens einen problematischen Übergang erlebt.

Technisch gesehen bewegen sich diese Nutzer überwiegend in klar definierten Ökosystemen. Bevorzugt werden Plattformen mit hoher Integration und geringer Varianz. Systemwechsel oder Neuanschaffungen erfolgen bewusst, aber nicht routiniert. Gerade deshalb entstehen an Übergängen Unsicherheiten, die intern nicht effizient gelöst werden können oder sollen. Die Zahlungsbereitschaft entsteht aus dem Wunsch, diese Phase einmalig und sauber abzuschließen.

Nicht adressiert werden Nutzer mit reinem Sparfokus, experimentellem Technikinteresse oder dem Wunsch nach laufender Betreuung. Ebenso ausgeschlossen sind Fälle, in denen Spezialsoftware, unternehmensgebundene IT oder komplexe berufliche Infrastrukturen den Kern des Problems bilden. Das Modell richtet sich nicht an Lernwillige, Bastler oder Personen, die primär Erklärung und Begleitung erwarten.

Das Kundensegment definiert sich damit weniger anhand von Alter oder Geräten, sondern anhand von Haltung. Es umfasst Menschen, die Technik als notwendige Infrastruktur begreifen, Übergänge als Belastung empfinden und bereit sind, Verantwortung für einen stabilen Endzustand auszulagern. Genau für diese Gruppe besteht ein klarer Bedarf an begrenzter, abschließender Migration privater IT-Systeme.

Alleinstellungsversprechen

Das Alleinstellungsversprechen dieses Geschäftsmodells liegt in der konsequenten Herstellung eines stabilen digitalen Zustands. Im Mittelpunkt steht nicht die Unterstützung, Erklärung oder Optimierung, sondern der Abschluss eines Übergangs. Nach der Migration funktioniert das System verlässlich und erfordert keine weitere Begleitung.

Die Leistung ersetzt keine allgemeine IT-Hilfe und ergänzt sie auch nicht. Sie setzt dort an, wo übliche Angebote scheitern, weil sie auf Dauerbetreuung, Schulung oder fortlaufende Problemlösung ausgerichtet sind. Stattdessen bündelt das Modell Verantwortung, trifft klare Entscheidungen und führt alle notwendigen Schritte so zusammen, dass ein tragfähiger Endzustand entsteht.

Ein wesentlicher Bestandteil des Versprechens ist die bewusste Begrenzung. Es gibt keine laufenden Leistungen, keine Erklärungslogik und keine implizite Verfügbarkeit. Der Auftrag endet mit dem erreichten Zustand. Diese Endlichkeit schafft Verlässlichkeit für beide Seiten und verhindert neue Abhängigkeiten.

Das Modell richtet sich an Nutzer, die keine Anleitung suchen, sondern Entlastung. Es übersetzt komplexe Übergänge in eine einmalige, klar abgegrenzte Leistung mit nachvollziehbarem Ergebnis. Dadurch entsteht ein Angebot, das nicht über Wissen oder Technik differenziert, sondern über Verantwortung, Abschluss und Ruhe nach dem Wechsel.

Merkmale eines abgeschlossenen Zustands

Lösung

Die Lösung besteht in einer klar abgegrenzten Migrationsleistung, die private IT-Systeme von einem instabilen Ausgangszustand in einen funktionsfähigen Zielzustand überführt. Der Fokus liegt auf Übergängen wie Gerätewechseln, Systemwechseln und Neuaufsetzungen sowie auf der Konsolidierung gewachsener Konten und Einstellungen. Die Leistung endet nicht mit einzelnen Maßnahmen, sondern mit einem belastbaren Ergebnis.

Jede Migration beginnt mit einer strukturierten System- und Situationserfassung. Dabei werden vorhandene Geräte, Konten, Datenbestände und Abhängigkeiten vollständig aufgenommen und auf ihre Rolle im Zielzustand geprüft. Diese Phase dient nicht der Beratung, sondern der Festlegung dessen, was übernommen, verändert oder bewusst verworfen wird. Entscheidungen erfolgen explizit und nachvollziehbar.

Auf dieser Basis erfolgt die eigentliche Migration. Dazu gehören die Einrichtung unterstützter Betriebssysteme und Geräte, die saubere Übernahme relevanter Daten, die Neuordnung von Konten und Sicherheitsmechanismen sowie die grundlegende Konfiguration zentraler Anwendungen. Die Umsetzung folgt klaren Standards und vermeidet Sonderlösungen, die den späteren Betrieb destabilisieren würden.

Die Leistung schließt mit der Herstellung eines konsistenten Systemzustands ab. Alle beteiligten Komponenten funktionieren zusammen, Abhängigkeiten sind reduziert und der Zustand ist für den Nutzer ohne weitere Eingriffe nutzbar. Erklärungen beschränken sich auf notwendige Handlungsanweisungen für den Alltag. Eine laufende Betreuung oder eine nachträgliche Optimierung ist nicht Bestandteil der Lösung.

Durch diese Vorgehensweise entsteht eine einmalige, abschließende Leistung, die Übergänge als eigenständige Aufgabe behandelt. Die Lösung ersetzt weder Support noch Schulung, sondern übernimmt Verantwortung für einen klar definierten Wechsel und beendet ihn zuverlässig.

Abgrenzung: Was wir nicht machen

Dieses Geschäftsmodell lebt von klaren Grenzen. Es wird bewusst definiert, welche Leistungen nicht erbracht werden, um Verlässlichkeit, Abschluss und Preisniveau zu sichern. Diese Abgrenzung ist kein Nebenaspekt, sondern konstitutiv für das Modell.

Nach Abschluss der Migration gibt es weder eine laufende Betreuung noch Support. Das Angebot ersetzt keine IT-Hotline und schafft keine dauerhafte Abhängigkeit. Nach Erreichen des Zielzustands endet die Leistung vollständig.

Ebenso findet keine Schulung, Beratung oder allgemeine Erklärung digitaler Zusammenhänge statt. Das Modell richtet sich nicht an Lernprozesse oder den Kompetenzaufbau. Erklärungen beschränken sich strikt auf notwendige Handlungsanweisungen, die den stabilen Betrieb sichern. Das Warum oder Wie einzelner Technologien ist nicht Gegenstand der Leistung.

Nicht unterstützt werden beliebige Geräte, Betriebssysteme oder Softwarelandschaften. Das Modell arbeitet ausschließlich mit einer begrenzten Positivliste beherrschbarer Systeme. Fälle mit hoher Varianz, experimenteller Nutzung, Spezialsoftware oder historisch gewachsenen Sonderkonfigurationen werden abgelehnt, wenn sie keinen klaren Abschluss ermöglichen.

Es erfolgen keine Reparaturen, keine Fehlerdiagnose im laufenden Betrieb und keine Optimierung bestehender Setups. Ebenso werden keine Geräte verkauft und Gewährleistungsrisiken übernommen. Der Fokus liegt ausschließlich auf Migration und Inbetriebnahme, nicht auf Instandhaltung.

Schließlich richtet sich das Angebot nicht an Unternehmen, komplexe berufliche IT-Umgebungen oder organisatorische IT-Probleme. Sobald Verantwortung, Haftung oder betriebliche Prozesse betroffen sind, greift dieses Modell nicht.

Durch diese konsequente Abgrenzung bleibt die Leistung klar, abschließbar und wirtschaftlich tragfähig. Alles, was diese Klarheit untergraben würde, wird bewusst ausgeschlossen.

Explizite Ausschlüsse

Betriebsmodell

Das Betriebsmodell folgt einer konsequenten Termin- und Projektlogik. Es gibt keinen Laufbetrieb und keine spontane Inanspruchnahme. Jede Leistung erfolgt auf Basis eines verbindlich vereinbarten Termins mit klar definiertem Umfang und Abschluss. Diese Struktur schützt sowohl die Qualität der Arbeit als auch die Erwartungshaltung der Kunden.

Der zentrale Einstiegspunkt ist eine kostenpflichtige System- und Situationserfassung. Sie dient der vollständigen Aufnahme des Ausgangszustands und der Entscheidung, ob und in welcher Form eine Migration sinnvoll und durchführbar ist. Diese Phase ist Teil der eigentlichen Leistung und nicht als unverbindliche Beratung angelegt. Sie kann zu einer Migration führen oder bewusst in einer Ablehnung enden.

Die Durchführung orientiert sich an klaren Zeiteinheiten und standardisierten Fallkategorien. Abgerechnet werden abgeschlossene Arbeitseinheiten, jedoch nicht kleinteilige Tätigkeiten. Dadurch entstehen für den Kunden planbare Kosten und im Betrieb stabile Abläufe. Schnelle Zwischenfragen, Teilaufträge oder spontane Erweiterungen sind nicht vorgesehen.

Das Modell setzt auf eine geringe Fixkostenstruktur. Es benötigt weder ein dauerhaftes Ladengeschäft noch ein größeres Team. Die Leistungserbringung erfolgt konzentriert und persönlich. Vor-Ort-Termine finden nur statt, wenn sie technisch erforderlich sind. In allen anderen Fällen erfolgt die Arbeit an einem definierten Ort unter kontrollierten Bedingungen.

Nach Abschluss der Migration endet das Auftragsverhältnis. Es gibt keine Nachbetreuung, keine Hotline und keine implizite Verfügbarkeit. Das Betriebsmodell setzt bewusst auf Abschluss statt auf Bindung. Diese Klarheit ermöglicht ein hohes Preisniveau, reduziert die operative Reibung und macht die Leistung für beide Seiten kalkulierbar.

Technische Reduktion & Systemauswahl

Die technische Grundlage des Geschäftsmodells ist die bewusste Reduktion. Stabilität entsteht nicht durch maximale Kompatibilität, sondern durch begrenzte, beherrschbare Systemlandschaften. Die Leistung arbeitet daher ausschließlich mit einer klar definierten Auswahl an unterstützten Betriebssystemen, Geräten und zentralen Komponenten. Diese Auswahl orientiert sich an Integrationsgrad, Vorhersehbarkeit und langfristiger Wartbarkeit.

Bevorzugt werden Plattformen mit hoher Eigenkonsistenz und klaren Migrationspfaden. Systeme, die durch historisch gewachsene Offenheit, Treiberabhängigkeiten oder inkonsistente Aktualisierungsmechanismen geprägt sind, erhöhen den Migrationsaufwand unverhältnismäßig und gefährden den Abschluss. Solche Umgebungen werden nicht unterstützt oder nur dann akzeptiert, wenn sie vollständig verlassen werden.

Die Systemauswahl folgt keinem Kostenargument. Zielkunden können neue Hardware anschaffen und tun dies häufig bewusst. Übergangslösungen auf alter Infrastruktur widersprechen dem Anspruch an einen sauberen Zielzustand. Reduktion bedeutet hier auch, Altlasten konsequent zu beenden, statt sie technisch weiterzutragen.

Peripherie, Netzwerke und Zusatzgeräte werden nur berücksichtigt, wenn sie in das reduzierte Systembild passen und einen stabilen Betrieb ermöglichen. Wo dies nicht gegeben ist, wird der Umfang klar begrenzt oder die Migration abgelehnt. Die technische Entscheidungshoheit liegt beim Modell, nicht beim Wunsch nach Vollständigkeit.

Durch diese konsequente Systemauswahl sinkt die Varianz der Fälle, die Umsetzungsqualität steigt und der erreichte Zustand bleibt stabil. Technische Reduktion ist damit kein Verzicht, sondern die Voraussetzung für eine abschließende Migration privater IT-Systeme.

Unterstützte Systemklassen

Struktureller Vorteil

Der strukturelle Vorteil dieses Geschäftsmodells entsteht nicht aus technischem Wissen, sondern aus seiner Form. Es kombiniert Reduktion, Abschlussorientierung und klare Verantwortung zu einer Leistung, die sich nur begrenzt kopieren lässt. Der Vorteil liegt damit nicht im Können einzelner Handgriffe, sondern in der konsequenten Verweigerung gängiger Marktlogiken.

Zentral ist die bewusste Begrenzung des Leistungsumfangs. Durch die klare Trennung von Migration und laufendem Betrieb entsteht ein Modell, das nicht in Support, Betreuung oder Eskalation abrutscht. Diese Grenze schützt Zeit, Qualität und Preisniveau. Viele Anbieter könnten ähnliche Tätigkeiten ausführen, sich diese Begrenzung jedoch wirtschaftlich oder organisatorisch nicht leisten.

Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus der technischen Reduktion. Die Arbeit mit einer eng gefassten Systemauswahl senkt die Varianz der Fälle, erhöht die Vorhersehbarkeit der Ergebnisse und ermöglicht stabile Zielzustände. Diese Reduktion wirkt langfristig, weil sie nicht vom jeweiligen Stand einzelner Technologien abhängt, sondern von den strukturellen Eigenschaften der Systeme.

Das Modell setzt zudem auf persönliche Verantwortung statt auf Delegation. Die Leistung wird weder skaliert noch automatisiert noch an wechselndes Personal ausgelagert. Dadurch bleibt die Qualität konstant und das Risiko von Fehlannahmen oder impliziten Zusagen gering. Diese Personengebundenheit begrenzt das Wachstum, erhöht jedoch die Verteidigungsfähigkeit von Standardisierung und Automatisierung.

Schließlich wirkt das Preisniveau selbst als struktureller Filter. Es reduziert ungeeignete Anfragen, verhindert Missverständnisse hinsichtlich des Leistungscharakters und schafft die nötige Ernsthaftigkeit auf Kundenseite. Zusammen bilden diese Elemente einen strukturellen Vorteil, der nicht durch Effizienz oder Marketing entsteht, sondern durch bewusste Verknappung, Klarheit und Abschlussfähigkeit.

Erlösquellen

Die Erlösstruktur folgt dem Prinzip klar abgegrenzter Einzelleistungen. Einnahmen entstehen ausschließlich durch abgeschlossene Arbeitseinheiten mit eindeutigem Beginn und Ende. Es gibt keine wiederkehrenden Umsätze aus Betreuung, Wartung oder Abonnements.

Die Grundlage ist eine kostenpflichtige System- und Situationserfassung. Sie stellt eine eigenständige Leistung dar und wird unabhängig davon vergütet, ob es im Anschluss zu einer Migration kommt. Diese Struktur stellt sicher, dass auch Ablehnungen oder bewusste Abbrüche wirtschaftlich tragfähig bleiben.

Die eigentliche Migration wird in standardisierten Leistungseinheiten abgerechnet. Jede Einheit repräsentiert einen klar definierten Falltyp mit kalkulierbarem Umfang. Komplexere Vorhaben werden durch die Kombination mehrerer Einheiten abgebildet. Es gibt keine Rabatte, keine Pauschalpreise für unklare Zeiträume und keine Abrechnung nach Minuten oder Einzelhandlungen.

Vor-Ort-Leistungen werden nur bei technischer Notwendigkeit angeboten und separat bepreist. Reisezeit und externe Kosten fließen transparent in die Kalkulation ein. Spontane Zusatzleistungen oder nachträgliche Erweiterungen sind nicht vorgesehen.

Diese Erlöslogik priorisiert Klarheit und Abschlussfähigkeit. Sie verhindert schleichende Leistungsausweitung, schützt das Preisniveau und sorgt für planbare Einnahmen ohne langfristige Verpflichtungen.

Leistungseinheiten und Preislogik

Kostenstruktur

Die Kostenstruktur ist bewusst schlank und variabel gestaltet. Fixkosten werden auf ein Minimum reduziert, um wirtschaftliche Stabilität auch bei schwankender Auslastung zu gewährleisten. Das Modell verzichtet auf dauerhaftes Ladengeschäft, auf größere Büroflächen und auf personellen Overhead.

Der zentrale Kostenfaktor ist die eigene Arbeitszeit. Qualität und Abschlussfähigkeit hängen unmittelbar von persönlicher Durchführung und Entscheidungsfähigkeit ab. Eine Delegation an günstigeres Personal findet nicht statt. Damit steigen zwar die Stückkosten pro Auftrag, gleichzeitig bleibt die Kostenstruktur transparent und kontrollierbar.

Weitere Kosten entstehen fallbezogen durch Raumnutzung, Vor-Ort-Termine und notwendige Reiseaufwände. Diese Kosten werden nicht internalisiert, sondern verursachungsgerecht eingeplant und bepreist. Dadurch entstehen keine verdeckten Quersubventionen zwischen Fällen.

Es gibt keine Investitionen in Marketingkampagnen, Content-Produktion oder Vertriebssysteme. Die Nachfrage entsteht gezielt und begrenzt. Ebenso werden keine Softwarelizenzen, Plattformen oder Automatisierungslösungen aufgebaut, die laufende Kosten verursachen.

Durch diese Struktur bleibt das Modell auch bei geringer Fallzahl tragfähig. Die Kosten wachsen linear mit der erbrachten Leistung und nicht mit der organisatorischen Komplexität. Das ermöglicht ein hohes Preisniveau bei überschaubarem wirtschaftlichem Risiko.

Vertriebskanäle

Die Kundengewinnung erfolgt bewusst über wenige, klar begrenzte Kanäle. Ziel ist nicht die Reichweite, sondern die Auffindbarkeit im richtigen Moment. Der Vertrieb setzt darauf, dass potenzielle Kunden bereits ein konkretes Problem haben und aktiv nach einer Lösung suchen.

Der wichtigste Kanal ist die gezielte Suche im Web. Die Darstellung der Leistung ist sachlich, eindeutig und frei von Versprechen. Sie ermöglicht es Interessenten, sich selbst zu qualifizieren und ungeeignete Anfragen frühzeitig auszuschließen. Überzeugungsarbeit oder nachgelagerte Verkaufsgespräche finden nicht statt.

Ergänzend entstehen Anfragen aufgrund persönlicher Empfehlungen. Diese resultieren aus abgeschlossenen Fällen und aus der wahrgenommenen Klarheit des Modells. Empfehlungen wirken nicht als Multiplikator im Sinne des Volumens, sondern als Filter für passende Fälle.

Andere Kanäle werden bewusst nicht genutzt. Es gibt keine aktive Akquise, keine Werbung, keine Partnerschaften und keine Präsenz auf Online-Plattformen. Diese Beschränkung schützt das Preisniveau, reduziert den Erwartungsdruck und hält die Nachfrage auf ein kontrollierbares Niveau.

Schlüsselkennzahlen

Die Steuerung des Geschäftsmodells erfolgt anhand weniger qualitativ geprägter Kennzahlen. Ziel ist nicht die Maximierung der Auslastung oder des Umsatzes, sondern die Sicherung von Abschlussfähigkeit, Preisstabilität und operativer Ruhe. Entsprechend stehen Kennzahlen im Vordergrund, die Passung und Qualität abbilden.

Eine zentrale Kennzahl ist der Anteil abgeschlossener Migrationen pro begonnenes System und pro Situationserfassung. Sie zeigt, ob die Vorqualifizierung funktioniert und ob der definierte Leistungsumfang realistisch eingehalten wird. Eine bewusst hohe Ablehnungsquote gilt nicht als Schwäche, sondern als Indikator funktionierender Abgrenzung.

Die durchschnittliche Anzahl der Leistungseinheiten pro Fall dient der wirtschaftlichen Planung. Sie ermöglicht Rückschlüsse auf die Komplexitätsentwicklung und hilft, die Preisstruktur sowie die Systemauswahl regelmäßig zu überprüfen. Starke Abweichungen nach oben signalisieren eine Erosion der technischen Reduktion.

Weitere relevante Kennzahlen sind der durchschnittliche Erlös pro Auftrag sowie die tatsächlich verfügbare Arbeitszeit pro Woche. Sie bilden die Grundlage für die wirtschaftliche Tragfähigkeit bei begrenzter Fallzahl. Marketing- oder Reichweitenkennzahlen spielen keine Rolle, da die Nachfrage bewusst begrenzt wird.

Diese reduzierte Kennzahlenlogik verhindert eine operative Übersteuerung. Sie unterstützt ein Geschäftsmodell, das nicht auf Wachstum, sondern auf Klarheit, Abschluss und wirtschaftliche Stabilität ausgerichtet ist.

Grenzen und Konsequenzen

Dieses Geschäftsmodell ist bewusst begrenzt. Es verzichtet auf Wachstum, Delegation und Marktverbreiterung zugunsten von Abschlussfähigkeit und Stabilität. Diese Entscheidung schafft Klarheit, bringt jedoch klare Konsequenzen mit sich, die akzeptiert werden müssen.

Die Leistung ist personengebunden und nicht skalierbar. Qualität, Entscheidungsfähigkeit und Verantwortung liegen bei einer Person. Daraus ergeben sich eine natürliche Begrenzung der Fallzahl und eine Abhängigkeit von der persönlichen Verfügbarkeit. Eine Expansion durch zusätzliches Personal würde das Modell inhaltlich verändern und ist nicht vorgesehen.

Der Markt ist endlich. Technische Systeme werden langfristig einfacher nutzbar, Übergänge werden besser unterstützt und Fehlerquellen werden reduziert. Damit sinkt perspektivisch der Bedarf an operativer Migration privater IT-Systeme. Das Modell ist nicht auf den Dauerbetrieb ausgelegt, sondern nutzt ein funktionierendes Zeitfenster.

Eine Ausweitung auf Unternehmen oder KMU ist ausdrücklich ausgeschlossen. Sobald betriebliche Verantwortung, branchenspezifische Software oder organisatorische IT-Strukturen betroffen sind, greift dieses Modell nicht mehr. Eine solche Öffnung würde Haftung, Erwartungshaltung und Leistungslogik grundlegend verändern.

Aus diesen Grenzen ergibt sich die Notwendigkeit einer fortlaufenden Neubewertung. Das Modell kann zeitlich begrenzt betrieben, angepasst oder bewusst beendet werden. Die Stilllegung ist eine valide Option und kein Scheitern. Die Konsequenz aus dieser Haltung ist ein Geschäftsmodell, das nicht auf Zukunftsversprechen baut, sondern auf Klarheit über seine Reichweite, seine Endlichkeit und seine Verantwortung.